The Innovation of Loneliness // by Shimi Cohen

Added on by Sven Mahr | Zen Coaching.

Beeindruckend. Kommt dir das bekannt vor? Ja, du bist nicht allein. Nicht dabei. Dieses Video präsentiert sehr anschaulich, was wir doch meistens alle selbst schon wissen... aber nicht wirklich wahrhaben wollen. Oder nicht ändern können, weil wir nicht wissen wie.

Die Menschen werden immer effizienter, sich hervorragende Werkzeuge zu bauen, um sich abzulenken. Abzulenken, von dem, was wirklich ist, was sie wirklich sind. Und damit bringen wir uns immer tiefer in den Schlamassel. Und trennen uns unbewusst von dem, was wir wirklich brauchen.

Warum machen wir das? Meistens um Intimität (mit uns selbst und anderen gleichermaßen) und das Gefühl, verwundbar zu sein, zu vermeiden. Doch damit vermeiden wir auch unser größtes Potenzial, ein echter Mensch, ein mitfühlendes Wesen, zu werden. Stattdessen verkaufen wir ein Selbstbild (uns selbst und anderen), das nicht wahr und nichts als eine leere Hülle ist.

Der energetische Aufwand, um diese Illusion am Leben zu erhalten, saugt uns die Lebensenergie aus unseren Organismen. Lügen ist auf die Dauer ziemlich anstrengend. Stressig. Besonders dann, wenn man sich der Wahrheit bewusst ist, und sie ignoriert. Weil die Wahrheit nicht so ist, wie wir es gern hätten. Die Konsequenz? Wir fühlen uns einsam, depressiv, ängstlich, verbittert, wütend und sind dysfunktional. Ich denke, viele von uns fühlen sich so ...

Aber wie viele von uns sind bereit, sich das selbst und anderen gegenüber einzugestehen?

What is the connection between Social Networks and Being Lonely? Quoting the words of Sherry Turkle from her TED talk - Connected, But Alone. (http://www.ted.com/talks/sherry_turkle_alone_together.html) Also Based on Dr. Yair Amichai-Hamburgers hebrew article -The Invention of Loneliness. Script, Design & Animation: Shimi Cohen Translation to Portuguese: Letícia Dabés (vimeo.com/leticiatranslation //leticiadabes@gmail.com) Translation to French: Marie-Caroline Braud (http://mariecarolinetranslation.jimdo.com/) Final Project at Shenkar College of Engineering and Design.

Frei – mit besonderer Erlaubnis

Added on by Sven Mahr | Zen Coaching.

Erlaubst Du Dir frei zu sein? 
Erlaubst Du Dir, zu sein, wie Du bist - ohne Bewertung? 
Erlaubst Du Deinen Gedanken und Gefühlen, 
dass sie kommen und gehen können, 
wie Wolken am Himmel? 

Frei.

Losgelöst und doch zutiefst verbunden.
Einatmen und Ausatmen.
Stille im Lärm.
In die Welt hineinlauschend.
Fühlen, hineinspüren.

Frei.

Die Freiheit alles zuzulassen.
Jeden und alles so sein zu lassen, wie es ist.
Alles annehmend, sanft und geduldig,
mit Dir selbst und anderen.
Weil es hier und jetzt so ist.
Egal, ob Du es magst oder nicht magst.

Frei.

Was geht, geht.
Was bleibt, bleibt.
So sind die Dinge.

Frei.

Erlaubst Du Dir diese große Freiheit jenseits von Erlangen und Verlust? 
Erlaube Sie Dir. 
Gib Dir bitte die Erlaubnis frei zu sein.
Und gestatte sie bitte auch jedem Anderen.
Dann danke ich Dir.

 

90 Tage in die Große Stille

Added on by Sven Mahr | Zen Coaching.

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu. Die Blätter haben sich längst verfärbt und fallen mehr und mehr zu Boden. Die Nächte werden länger, die Tage kürzer und grauer. Es wird kälter. Es ist November. In Kürze steige ich wieder in ein Flugzeug nach Südkorea, wo mich 90 Tage intensive Zen-Meditationsklausur in einer kleinen internationalen Gruppe in einem abgeschiedenen Bergtempel erwarten. 

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90 Tage… endlose Stunden der Meditation
90 Tage… kein Telefon, kein Computer
90 Tage... in Stille
90 Tage… ein Tag wie jeder andere
90 Tage… komplett ein- und ausatmen
90 Tage… Müdigkeit und schmerzende Knie
90 Tage... Wachheit und Leichtigkeit
90 Tage… alles kommen und gehen lassen
90 Tage... loslassen
90 Tage… von Moment zu Moment
90 Tage… „Was… bin … ich?“
90 Tage… ???

 

 

 

 

„Wer ist da?“ fragt Gott.
„Ich bin’s.
„Geh weg.“ sagt Gott.
Später …
„Wer ist da?“ fragt Gott.
„Das bist Du.“
„Herein.“ sagt Gott.

aus dem Englischen, Charlotte Joko Beck "Everday Zen"

 

Danke an Alle, die mich unterstützen und diese intensive Praxis möglich machen.

Smartphones - und wie sie uns verrückt machen können

Added on by Sven Mahr | Zen Coaching.

In meinen Coaching Sessions spreche ich oft darüber, wie verrückt es eigentlich ist, dass wir Menschen, die vermeintlich normalsten Sachen aus dem Einmaleins des Menschseins, in den heutigen Zeiten wieder neu lernen müssen. So "einfache" Sachen, wie still sitzen und gar nichts tun. Nichts. Sehr schwierige Sache für viele von uns heutzutage, denn wir sind "zu busy" - sind wir das wirklich, oder machen wir uns "zu busy" und - warum eigentlich? 

Meine Großmutter, die jetzt auf die 90 zugeht, konnte das noch als erwachsener Mensch: sie konnte sich auf eine Bank vor ihrem Haus setzen und einfach - sein. Einatmen ... ausatmen und dabei einfach nur still sitzen ... den eigenen Körper und die unmittelbare Umgebung wahrnehmen. Sie konnte das ganz einfach so. Und ihr Leben war alles andere als einfach. Trotzdem brauchte Sie dazu keinen Yoga-, Atem- oder Mindfulness Lehrer. Das war damals noch im Skill-Set von "Normal Sein". 

Hatte meine Großmutter also spezielle Fähigkeiten? Nun ja, sie hatte den 2. Weltkrieg als Kind miterlebt und war in Dresden als im Februar 1945 die Bomben fielen. Das prägt ohne Zweifel. Später war sie Mutter von 8 Kindern in einer schwierigen Ehe und eine einfache, hart arbeitende Person. Sie war mit Sicherheit sehr busy - wie hat meine Großmutter es dann geschafft, entspannt zu bleiben? 

Sie hatte einen großen Vorteil: es gab keine Smartphones, keine Tablets. Es gab Radio und Fernsehen. Die technologischen Ablenkungen waren noch nicht so groß (besonders in der ehemaligen DDR). Die Technik war weniger trickreich, kaum marketingorientiert und selten so abhängig machend wie heutige gadgets. Technologie hatte damals noch nicht den starken Einfluss auf unsere Gehirnstruktur und unser soziales Verhalten, wie es heute der Fall ist.

Egal, die Technologie ist jetzt da. Das Ruder reißen wir nicht mehr rum. Wir haben es gemacht und das ist auch in Ordnung so. Jetzt müssen wir wohl nur noch lernen, wie wir unsere Werkzeuge klug und bewusst einsetzen, anstatt uns komplett von unseren eigenen Kreationen vereinnahmen zu lassen - und uns dabei gegenseitig über den Haufen fahren oder rennen, weil wir nur noch in unser Smartphone glotzen und am Ende noch vergessen zu atmen. 


Ich liebe Louis C.K. Er ist ein brillanter Comedian, ein brutal ehrlicher, sensibler, und tiefsinniger Mensch. Bei einem Besuch in der Talkshow "CONAN" spricht Louis C.K. über sein Verhältnis zu Smartphones und was diese Technologie aus seiner Sicht mit uns macht bzw. was wir damit mit uns selbst machen. Das Ergebnis ist eine scharfsinnige und witzige Betrachtung über den urbanen, übertechnisierten Menschen des 21. Jahrhunderts, die etliche Klicks im Netz gesammelt hat.

Louis C.K. bringt es auf den Punkt: 

"Du musst Dir die Fähigkeit aneignen, einfach Du selbst zu sein und nichts speziell zu machen. Das ist es, was die Telefone uns wegnehmen, die Fähigkeit einfach nur dazusitzen. Das ist es, was es bedeutet, ein Mensch zu sein.  Denn am Grunde aller Dinge im Leben, da ist dieses Etwas, diese Leerheit - für immer leer. Das Wissen, das alles letztlich umsonst ist und das man im Grunde allein damit da steht. Das ist da.

"You need to build an ability to just be yourself and not be doing something. That's what the phones are taking away, is the ability to just sit there. That's being a person. Because underneath everything in your life there is that thing, that empty—forever empty. That knowledge that it's all for nothing and that you're alone. It's down there."  Louis C.K.

Zen Coaching @ Digital Life Camp 2014 // T-Systems MMS GmbH in Dresden

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Im Januar diesen Jahres startete für mich ein wöchentliches Zen Coaching Programm bei der Firma T-Systems Multi Media Solutions GmbH. Dem ging das überraschende und großartige Feedback auf die Initiativ-Talks/Sessions voraus, zu denen ich letztes Jahr im September im Rahmen des Digital Life Camp 2014 (einer firmeninternen Mit-Mach-Messe) eingeladen worden war. Ca. 200 Mitarbeiter und Besucher des Camps kamen damals in die beiden Zen Sessions, in denen ich die Teilnehmer in die Zen Meditation eingeführt und zum Thema "Zennovation: Zen & Innovation" gesprochen hatte.

Zur allgemeinen Überraschung war das Feedback dabei so groß, das am Ende des Tages aus allen Workshops und Sessions, die Zen Sessions mit dem "Best Session Award - Digital Life Camp 2014" ausgezeichnet wurde. Das hat deutlich gezeigt, wie groß das Interesse und auch das Bedürfnis ist, einen Weg zu finden, den wachsenden Herausforderungen im digital vernetzten Arbeits- und Privatleben mit Klarheit und Achtsamkeit zu begegnen, bevor zu viel Stress zur Schädigung der Gesundheit und des natürlichen Wohlbefindens führen.

Seit Januar hatte ich nun die Gelegenheit jede Woche ca. 20 interessierte Mitarbeiter in offen Sessions coachen zu dürfen. Es hat unglaublich viel Spaß und Freude gemacht und ich bedanke mich für die Offenheit, das Vertrauen und die Neugier, die mir die Teilnehmer dabei entgegengebracht haben. Das viele positive Feedback bestärkt mich in meinem Bemühen, die Praxis der Achtsamkeit und Meditation auch mehr in Unternehmen zu vermitteln.

Ich freue mich, dass die T-Systems den Mut hat, diesen innovativen Schritt zu gehen und Ihre Mitarbeiter unterstützt, in dem es solche Programme anbietet. Nach einer kurzen Pause, in der ich für einige Wochen im Ausland bin, werden wir das Programm in Dresden fortsetzen.

Ich freue mich darauf!

Gewinner des Best Session Award - Digital Life Camp 2014

Coaching

Soen Yu - Atemübungen | Teil 2

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Die Grundlagen für diese Übungen habe ich in einem vorherigen Artikel bereits erklärt. Falls ihr mit den Übungen anfangen wollt, lest bitte zuerst diesen Artikel hier

 

SOEN YU - ÜBUNG 4 (IM SITZEN)

Sitze entspannt in einer Lotusposition, im lockeren Schneidersitz oder auf einem Stuhl.

Einatmen:  
- die Hände sind in Gebetshaltung vor der Brust
- die Arme gehen nach oben, Handflächen sind dabei zusammen
- die Brust weit öffnen und in den Unterbauch atmen
- wenn die Arme ausgestreckt sind, Handflächen öffnen und so drehen, dass sich die Handrücken berühren                      

Ausatmen:
- nun mit Beginn der Ausatmung, die ausgestreckten Arme langsam entlang der Körperseiten senken
- die Arme sollen eine großen Kreis beschreiben, man kann sich vorstellen das die Hände an einem großen Ball entlang gleiten, d.h. wenn die Arme seitlich ausgestreckt sind, in den Ellbogen beugen, damit man einen Kreis formen kann
- die Hände in einer Kreisbewegung vor dem Unterbauch zusammenführen und wieder zusammenlegen
- die Ausatmung endet, wenn die Hände wieder vor der Brust in der Gebetshaltung sind
- von hier beginnt ein neuer Zyklus mit dem Einatmen


SOEN YU - ÜBUNG 5 // FIX YOUR BODY  (IM STEHEN)

Stehe aufrecht und entspannt, die Füße parallel und schulterbreit. Das Gesäß fällt locker nach unten und die Knie sind leicht gebeugt. Achte auf einen geraden Rücken und einen festen stabilen Stand.

Strecke die Hände nach unten vor dem Körper aus, überkreuze die Arme und führe die Handflächen überkreuzend zusammen (die Bewegung lässt sich am Besten anhand des Videos hier ab min 43:00 verstehen).

Einatmen: 
- jetzt die Arme nach oben bewegen und dabei die Hände überkreuzt lassen und über die Handgelenke rollen (die Handgelenke berühren sich dabei)
- diese Bewegung beginnt mit einer Drehung zum Körper, dann vom Körper weg usw. 
- ingesamt 3 Mal drehen bis die Arme über dem Kopf sind
- über dem Kopf sind die Handgelenke überkreuzt, die Handflächen öffnen sich nach vorn

Ausatmen:
- nun wie bei Übung 4 die Arme langsam senken und einen Bogen beschreiben 
- wenn die Hände den Kreis beenden, sind sie wieder vor dem Unterbauch ankommen
- hier wieder überkreuzen wie am Anfang und ein weiterer Zyklus beginnt mit der Einatmung


SOEN YU - ÜBUNG 6 // WELCOME ENERGY (IM SITZEN)

Mit aufrechtem Rücken sitzen und Beine grade nach vorn ausstrecken. Die Füße sind ausgestreckt strecken, die Fußspitzen berühren sich und die Hände liegen mit den Handfläche nach unten auf den Oberschenkeln.

Wir atmen ein und beginnen die Bewegung mit einer Ausatmung.

Ausatmen: 
- gleite mit den Händen nach vorn zu den Füßen, soweit wie möglich, aber ohne zu viel Anstrengung
- beuge den Kopf mit dem Gesicht zu den Knien
- wenn die Hände nicht mehr weiter können, dann lasse sie von den Beinen auf die Handrücken außen neben die Füsse fallen

Einatmen: 
- dann führe die Arme und die Hände (Handflächen zeigen nach oben) längs entlang der Beine zurück
- die Ellenbogen beugen sich und die Hände sind am Ende mit den Handflächen nach oben neben dem Gesäß
- übe langsam und versuche beim Aufrichten des Oberkörpers jeden Wirbel einzeln zu fühlen
- das Aufrichten geschieht also nicht abrupt, sondern mehr wie ein Aufrollen der Wirbelsäule
- lege dann die Hände wieder mit den Handflächen nach unten auf die Oberschenkel und fahre mit der Ausatmung und einem neuen Zyklus fort

SOEN YU - ÜBUNG 7 // BALANCE ENERGY (IM SITZEN)

Wie bei Übung 6 mit aufrechtem Rücken sitzen und Beine grade nach vorn ausstrecken. Die Füße sind ausgestreckt strecken, die Fußspitzen berühren sich und die Hände liegen aber dieses mal mit den Handfläche nach oben auf den Oberschenkeln.

Ausatmen: 
- gleite mit den Händen nach vorn zu den Füßen, soweit wie möglich, aber ohne zu viel Anstrengung
- beuge den Kopf mit dem Gesicht zu den Knien
- wenn die Hände nicht mehr weiter können, laß sie von den Beinen auf die Handflächen außen neben die Füsse fallen

Einatmen: 
- dann führe die Arme und die Hände (Handflächen zeigen nach unten) längs entlang der Beine zurück
- die Ellenbogen beugen sich bei Aufrichten 90 Grad (wie ein Hampelmann)
- von dort führen wir die Hände wieder in die Ausgangsposition auf die Oberschenkel 
- übe langsam und versuche beim Aufrichten des Oberkörpers jeden Wirbel einzeln zu fühlen
- das Aufrichten geschieht also nicht abrupt, sondern mehr wie ein Aufrollen der Wirbelsäule
- wenn die Hände wieder mit den Handflächen nach oben auf den Oberschenkeln sind, fahre mit der Ausatmung und einem neuen Zyklus fort

 

SOEN YU - ÜBUNG 8 // CORRECT FUNCTION (IM LIEGEN)

Diese Übung wird im Liegen durchgeführt. Die Füße sind zusammen und ausgestreckt, die Füße berühren sich. Der Blick richtet sich zur Decke und der Körper ist in einer geraden Linie. Die Arme sind über den Kopf ausgestreckt und die Handflächen sind zusammen, und die Hände berühren mit der Handkante den Boden.

Ausatmen: 
- die Arme gehen gestreckt nach oben, dabei öffnen sich die Handflächen langsam (Hände berühren sich aber weiter – die ganze Zeit) 
- die Arme beschreiben so einen Halbkreis, bleiben gestreckt bis die Hände (mit den Handflächen offen) und nach unten zeigend im Schoß liegen
 
Einatmen: 
- Hände gehen nach zurück nach oben über den Kopf, schließen sich dabei wieder bis sie wieder den Boden berühren

Soen Yu - Atemübungen | Teil 1

Added on by Sven Mahr | Zen Coaching.

Soen Yu - Atemübungen von Zen Meister Seung Sahn

Um wahre Gelassenheit, tiefen Frieden und Entspannung realisieren zu können, müssen wir lernen Körper und Geist loszulassen. Dieses Loslassen kann natürlich auch ganz spontan passieren, wenn wir z.B. eine schöne, wohltuende Erfahrung machen, die es uns ermöglicht total zu entspannen. Doch wie lang hält das an - 10 Minuten, eine Stunde, einen Tag? Meist nicht so lang,  denn dann ändert sich die Situation und die Entspannung verschwindet schnell wieder. "Ent-Spannung" ist für viele Menschen an spezielle äußere Faktoren geknüpft, die dann Entspannung erst ermöglichen.

Was müssen wir tun, damit wir auch im größten Trubel entspannt und gelassen bleiben können?

Damit das möglich wird, ist es nötig Körper und Geist loszulassen. Dazu müssen wir oft erst einmal lernen, wirklich komplett im eigenen Körper anzukommen. Ankommen und in Ruhe genau da bleiben, wo wir sind … still verweilen ... ohne etwas bestimmtes zu tun, als einfach nur... sein.  

Klingt simpel, und ist plötzlich gar nicht so einfach, wenn man mal versucht eine volle Stunde ganz still zu sitzen, wach zu bleiben und zu entspannen. Oh, da wird es plötzlich laut im Kopf, Ärger taucht aus dem Nichts auf und der Körper schmerzt hier und da, die Beine schlafen ein und alles andere ist besser, bloß nicht mehr hier still sitzen müssen!!

Wenn wir vollkommen in unserem Körper angekommen sind, wenn wir nicht mehr gegen die physischen, mentalen und emotionalen Befindlichkeiten unseres Leibes kämpfen, können sich alle Spannungen im Bewusstsein und damit auch auf der physischen Ebene lösen. Dann können wir Körper und Geist tatsächlich loslassen. Dieses Loslassen ist ein tiefes Sich-Öffnen für das, was tatsächlich Hier und Jetzt ist. Wenn Körper und Geist vergessen, losgelassen sind, gibt es kein Heute, Morgen oder Gestern - nur noch die unfassbare Fülle des Moments, die direkt mit allen Sinnen erfahrbar ist. Reine, ungehinderte, unendliche Achtsamkeit, reines Ge-wahr-sein. Und das ist zutiefst heilsam, erholsam und - entspannend.

Ein wichtiges Mittel, um achtsam im eigenen Körper anzukommen, ist der eigene Atem. Deshalb möchte ich hier eine paar einfache und sehr effektive Atemübungen vorstellen, die jeder leicht lernen und praktizieren kann. Diese Atemübungen heißen „Soen Yu“ und wurden von Zen Meister Seung Sahn Sunim (1927 - 2004) gelehrt und von vielen seiner Schüler weitergetragen.

In diesem Video erklärt Zen Meister Dae Bong Sunim, diese Atemübungen im Detail (auf Englisch) und zum Mitmachen:

Soen You (Zen Wind) are breathing exercises created by Zen Master Seung Sahn in 1983 in order to help their zen students to balance their Zen meditation practice.

Nachfolgend habe ich die Übungen und die Informationen dazu noch einmal auf Deutsch zusammengefasst.


Allgemeines zu den Soen Yu Übungen:

Bei den Übungen im Sitzen, sitze bequem in stabiler Meditationshaltung, wie es Dir entspannt möglich ist. Lockere die Kleidung so, das Du bequem den Bauch einziehen und herausstrecken kannst.

Bei Übung im Stehen sind die Füße parallel und schulterbreit. Das Gesäß fällt locker nach unten und die Knie sind leicht gebeugt. Achte auf einen geraden Rücken und einen festen stabilen Stand.

Soen Yu sind Atemübungen, die aus dem Unterbauch kommen. Jede Übung fokussiert auf die Atmung aus dem Unterbauch, d.h. beim Einatmen wird der Unterbauch leicht herausgestreckt, beim Ausatmen wird der Unterbauch eingezogen.

Ziel dieser Übungen ist es, zu lernen, vollkommen aus dem Unterbauch zu atmen, so dass die Bewegungen der Bauchdecke beim Ein- und Ausatmen nur den Unterbauch bewegen.  

Der Unterbauch ist der Bereich unterhalb des Nabels. 4 Fingerbreit unterhalb des Nabels liegt ein Energiepunkt, der im Koreanischen Danjeon heißt, was „Energiegarten“ bedeutet. Hier bündeln sich mehrere Nerven- und Energiekanäle.


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Wie übe ich Soen Yu?

Es wird empfohlen, täglich zwischen 10-15 min zu üben. Damit die Übungen ihre Wirkung entfalten können und sich der Körper darauf einstellen kann, sollte man versuchen 2-3 Monate am Stück zu üben. Dann ist es möglich, ein starkes Danjeon bzw. Körperzentrum zu entwickeln.

Übe verschiedene Übungen, die Dir gefallen und praktiziere dann jede Übung einzeln für 4-5 min oder praktiziere eine Übung für 10-15 min.

 

Was gibt es bei der Übung zu beachten?

Übe langsam und mit Achtsamkeit. Wenn der Bauch schmerzt, dann presst Du zu sehr oder Du ziehst den Bauch zu stark ein. In diesem Fall, versuche entspannter und lockerer zu üben.

Die Atmung erfolgt durch die Nase. Lass die Atmung ganz natürlich und ohne Druck fließen. Wenn möglich, sollte die Ausatmung länger als die Einatmung sein. Atme langsam und vollkommen aus, so dass am Ende die Einatmung ganz von selbst wie ein Reflex erfolgt.  

Richte Deine Achtsamkeit auf den Atem. Versuche Deine Achtsamkeit immer wieder geduldig auf den Unterbauch zu lenken und spüre, wie sich die Bauchdecke durch den Atem hebt und senkt. Verweile dort mit Deiner Achtsamkeit.

Wenn sich Kopfschmerzen oder Schwindel einstellen, der Kopf rot oder heiß wird, dann ist die Energie nach oben gestiegen. Das kommt von zu viel Anstrengung und Druck. In dem Fall sollte man die Übungen beenden und sich anderen Dingen zuwenden. Die Energie geht dann von alleine wieder nach unten.

Wenn Du versucht die Energie bewusst mit Nachdruck nach unten zu bewegen oder zu pressen, wird das nur das Gegenteil bewirken und die Energie wird aufsteigen. Also immer wieder alle auftauchenden Gedanken und Emotionen sanft loslassen und mit Geduld und in Ruhe üben.


Soen Yu - Vorbereitung (im Sitzen)

Lege die Finger der rechten Hand auf das Danjeon (4 Fingerbreit unterhalb des Nabels).

Einatmen:        
- Unterbauch sanft herausstrecken

Ausatmen:
- Unterbauch einziehen und vollkommen ausatmen            
- dabei mit den Fingern leicht auf Danjeon drücken und der Bewegung nachspüren


Soen Yu - Übung 1 (im Sitzen)

Sitze entspannt in einer Lotusposition, im lockeren Schneidersitz oder auf einem Stuhl.
Lege die Hände entspannt auf den Knie.

Einatmen:       
- die Arme gehen nach oben
- die offenen Handflächen zeigen nach unten
- die Brust weit öffnen
                        
Ausatmen:         
- langsam die Arme senken, bis die Hände wieder auf den Knien liegen


Soen Yu - Übung 2  (im Sitzen)

Sitze entspannt in einer Lotusposition, im lockeren Schneidersitz oder auf einem Stuhl.
Die Hände sind gefaltet (wie in Gebetshaltung) vor der Brust.

Einatmen:       
- die Arme und Hände gehen gerade nach vorn und öffnen sich langsam
- die Handflächen zogen nach vorn, die Hände berühren sich und die Fingerspitzen zeigen nach oben (wie als ob man jemanden stoppen will)

Ausatmen:         
- die Arme und Hände gehen die gleiche Bewegung rückwärts, zurück zur Ausgangsposition
- wichtig: erst wenn die Hände wieder vor der Brust sind, endet die Ausatmung


Soen Yu - Übung 3 (im Sitzen)

Sitze entspannt in einer Lotusposition, im lockeren Schneidersitz oder auf einem Stuhl.
Die Hände sind gefaltet (wie in Gebetshaltung) vor der Brust.

Einatmen:       
- die Hände gehen gerade nach oben und öffnen sich langsam
- wenn die Arme ausgestreckt sind, zeigen die Handflächen nach oben
- die Hand ist so abgewinkelt, dass die Handfläche nach oben und die Fingerspitzen nach hinten zeigen

Ausatmen:         
- die Arme und Hände gehen die gleiche Bewegung rückwärts, zurück zur Ausgangsposition
- wichtig: erst wenn die Hände wieder vor der Brust sind, endet die Ausatmung


Ich hoffe, das hilft Euch. Fortsetzung folgt...

Wenn Ihr Fragen habt, schreibt in die Kommentare oder schickt mir eine Mail.

Wie kann Zen Coaching hilfreich für mein Leben sein?

Added on by Sven Mahr | Zen Coaching.

Nachdem ich kürzlich in einem Gespräch diese Frage erneut beantwortete, habe ich mir mal die Zeit genommen, meine Gedanken dazu in frischer Form schriftlich zu fixieren:

WIE KANN ZEN COACHING HILFREICH FÜR MEIN LEBEN SEIN? 

Zen zu praktizieren, bedeutet klar, achtsam und wach für sich und andere zu werden. In unserem oft hektischen Alltagsleben ist es nicht immer leicht, klar und präsent im gegenwärtigen Moment zu sein. Wir schweifen ab, verlieren uns in Gedanken, Planungen, Tagträumen oder Sorgen - und verlieren so den innigen Kontakt zu dem, was sich uns direkt vor unserer Nase offen und weit darbietet – dieser Moment. 

Die zahlreichen Erfahrungen im Üben von Achtsamkeit, die ich durch meine fast 10-jährige Zen-und Yoga Praxis machen konnte, haben mich gelehrt, dass es sich lohnt, immer wieder zu versuchen, dem Leben mit maximaler Offenheit, Neugier und Flexibilität zu begegnen. Alles ändert sich ständig. Nichts bleibt wie es ist - und das macht vielen Menschen oft "Kopfschmerzen".

Wir wollen schöne Erfahrungen festhalten, wir wollen mehr davon haben und leiden darunter, wenn diese schönen Erfahrungen vergehen oder wir nicht bekommen, was wir wollen. Unangenehme Erfahrungen wollen wir um jeden Preis vermeiden, und leiden darunter, wenn es uns nicht gelingt. So ticken wir nun einmal. Vielleicht mögen wir diese Wahrheit nicht gern hören, weil unkomfortabel erscheint und uns das Gefühl von planbarer Sicherheit und Geborgenheit nimmt, dass wir so gern haben. Aber dieses Gefühl ist nichts als ein träumerisches Trugbild. Die Realität sind anders aus.

BETRACHTE DAS LEBEN ALS HERAUSFORDERUNG ZU WACHSEN.

Die Wahrheit, dass nichts bleibt wie es ist, fordert uns heraus. Wir müssen lernen flexibel auf das Leben zu reagieren. Das erfordert Mut, Stärke und Vertrauen. Eigenschaften, die eigentlich jeder Mensch hat, und doch trauen sich nur wenige Menschen das Leben voll und ganz zu leben, und die Dinge so anzunehmen wie sie kommen. Woran liegt das? Vermutlich weil die wenigsten Menschen sich selber wirklich kennen, und sich vielleicht auch nicht die Mühe machen wollen, herauszufinden, wer sie wirklich sind und was es bedeutet am Leben zu sein. Und so bleiben viele Menschen für die meiste Zeit Ihres Lebens in einer Blase und richten es sich gemütlich darin ein. Das mag für eine Weile kuschelig sein und ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit vermitteln, doch auf lange Sicht, finden schmerzhafte oder leidvolle Erfahrungen auch ihren Weg in diese Blase. Und dann muss man damit umgehen. Aber wie, wenn man es nicht gelernt hat?

Fakt ist, wir können nichts festhalten, ob wir wollen oder nicht. Alles was erscheint, wird auch wieder vergehen. Das ist weder gut noch schlecht, das ist schlicht und einfach der natürliche Lauf der Dinge. Die verwelkende Blume und der Baum, der im Herbst seine Blätter verliert, sie beschweren sich nicht darüber. Sie sind Eins mit der Natur, dem Lauf der Dinge. Doch wir Menschen sind ebenso ein Teil der Natur - dann muss man sich fragen: warum verursacht diese Unbeständigkeit der Dinge bei Menschen oft Stress?

ALLES IST OK. FINDE ES SELBER HERAUS.

Was nun, wenn ich sage, dass es überhaupt keinen Grund gibt, angesichts der Unbeständigkeit der Dinge in Panik oder Stress zu verfallen, sondern, dass es einzig und allein ein Missverständnis ist, dass jeder Mensch mit etwas Übung selbst auflösen kann?  

Die Wurzel dieses Problems, liegt darin begründet, wie wir Menschen unseren eigenen Gedanken und unseren Emotionen begegnen. Wir wühlen darin herum, wollen alles verstehen, analysieren, blasen Emotionen auf oder verdrängen sie, wollen Erklärungen, finden aber keine. Wir leben in unserem Kopf, gefangen in Gedanken, Vorstellungen und Emotionen und vergessen tatsächlich präsent im Moment zu sein. Wir verlieren uns in Hirngespinsten. Wenn wir Gedanken und Emotionen bewusst oder unbewusst festhalten und nicht loslassen können, sondern stattdessen analysieren und noch mehr nachdenken und weiter analysieren… werden wir schlicht und ergreifend verrückt.

GLAUBE NICHT ALLES, WAS DU DENKST.

Wir glauben allzu oft, dass wir SIND, was wir fühlen und denken. Wir denken, das ist unsere „Identität“. Aber wer sind wir wirklich? Wer bist DU? Frag Dich selbst: die Person, und was diese Person vor 15 Jahren gefühlt und gedacht hat, wie sie aussah und was sie gemacht hat, ist diese Person wirklich ein und dieselbe Person wie heute? Mit den gleichen Gefühlen und Gedanken? Wohl kaum … alles ändert sich ständig und nichts bleibt wie es ist. Alles ist beständig im Wandel. Also was bist DU dann wirklich?

Zen-Praxis kann helfen den Mut, die Stärke und das Vertrauen zu entwickeln, das Leben so anzunehmen, wie es tatsächlich IST und nicht wie wir es gerne HÄTTEN. Wir können lernen unsere Gedanken und Emotionen klar und achtsam wahrzunehmen, ohne sie festzuhalten und zu bewerten. Wenn wir lernen loszulassen und tief zu entspannen, können wir ganz präsent im Moment sind. Und dann können wir etwas Großartiges entdecken: Es ist alles OK. Alles kommt und geht, und das ist völlig OK. Wir können uns entspannen und mit Freude und Neugier dem natürlichen Lauf des Lebens folgen. Wer sich von Moment zu Moment, wieder und wieder, neu auf das Leben einlassen kann, der kann darin eine unermessliche Fülle, Freude, Frieden und Gelassenheit finden.

WAS WILLST DU?  

Achtsamkeit ist der Schlüssel zu wahrer Gelassenheit und wer das Leben mit Gelassenheit betrachten kann, kann auch Stress und Burn-Out vermeiden. Das hilft einem selbst und auch allen, denen man begegnet. Ich sage nicht, dass das Üben dies zu verinnerlichen und im eigenen Leben anzuwenden leicht ist - es ist aber auch nicht schwer. Es liegt ganz bei Dir: was willst Du mit Deinem Leben machen?

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Spiritual practice is tricky

Added on by Sven Mahr | Zen Coaching.

Spiritual practice is tricky and there are countless traps on the path. Sometimes this trap might be our practice itself or our idea about it, that actually keeps us from waking up. It's so so easy to use practice, doesn't matter if it's Zen or Yoga or flying wingsuit or rock climbing or whatever practice you do, to just feel good, and by believing in feeling "good" we might bypass those areas, where we actually really should be listening and watching, even though it hurts like shit. I love, what the teacher Adyashanti said about this: 

"Enlightenment is a destructive process. It has nothing to do with becoming better or being happier. Enlightenment is the crumbling away of untruth. It's seeing through the facade of pretence. It's the complete eradication of everything we imagined to be true.”

Nobody likes painful feelings, nobody likes to be hurt or rejected and in the end we all have a hard time letting go of everything, especially of the stuff that we hold so dearly. It's scary sometimes! That's ok, as long as we are aware of it and deal with that painful feeling of loss, for example. But if we face something uncomfortable and we aren't able to deal with it, there is a chance, that we use the powers of our practice to go around this painful issue instead of fully facing and dealing with it. Than we can't see it for what it really is and deep down the issue simply remains. Than our practice is not much different from drug use, right?

Our Ego wants to protect itself and will do anything to keep the illusion alive. Anything. Than if we aren't fully aware of what is going on, we just go straight over the painful areas, and rather believe in some temporary wonderful feeling that might come as byproduct from our practice. That might work for a while, but eventually it will kick us into our "balls" and we fall on our ass. Ouch! Spiritual practice is so so tricky. 

One thing that might keep us from falling into those traps, is paying attention to stay fully VULNERABLE. Vulnerability is a true special power and if we can investigate that, it can help us to wake up and realize our fundamental completeness.

There is a great talk about vulnerability by Bréne Brown on TED talks. She studied the subject vulnerability from a science point of view and I find this can be an inspiration for our spiritual practice. We live in the times where science and spiritual practice (which is science itself!) can inspire each other like never before. 

Enjoy ... and please stay vulnerable.

http://www.ted.com Brene Brown studies human connection -- our ability to empathize, belong, love. In a poignant, funny talk at TEDxHouston, she shares a deep insight from her research, one that sent her on a personal quest to know herself as well as to understand humanity. A talk to share.

Spiritueller Winter – Rückkehr zum Innersten

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Es ist schon kalt in Seoul, Korea. Früh am Morgen ist die Temperatur um den Gefrierpunkt. Der Himmel ist strahlend blau. Ginkobäume mit kräftigen gelben Blättern säumen die Strassen. Ein Café-Laden (ähnlich wie Starbucks) reiht sich an den anderen auf den Seouler Strassen. Korea produziert einige der besten und köstlichsten Grüntees der Welt, die außerhalb des Landes fast unmöglich zu bekommen sind. Doch das ganze Land scheint mittlerweile süchtig nach Kaffee.

Eine der erfolgreichsten Café-Ladenketten in Seoul heißt „coffee beans and tea leaf“, kurz "coffee bean" genannt (man merkt schon daran, dass Tee hier nur noch den 2. Platz belegt). Eine Trendwende, die schon vor vielen Jahren einsetzte. Der erste Café-Laden heißt club espresso und eröffnete 1990 in Seoul. Dort wird mittlerweile im großen Stil selber geröstet und vorzüglicher Kaffee in allen denkbaren Formen zubereitet.

Vor vielen Jahren wurde Zen Meister Seung Sahn gefragt, warum die Koreaner wohl plötzlich mehr Kaffee als Grüntee trinken, und er antwortete, da die Menschen immer mehr Fleisch essen, steigt auch das Bedürfniss nach Kaffee - als Ausgleich von Yin und Yang. In Europa dagegen sinkt der Fleischkonsum und die Nachfrage nach Grüntee ist gestiegen. Interessant wie sich in Ost und West die Interessen und Geschmäcker verschieben.

Ich suche mir ein kleines, noch leeres Cafe aus, in dessen erste Etage die Morgensonne hinein scheint. Ich mag diese kleinen ruhigen Winkel, die man hier mitten im modernen seouler Großstadttrubel finden kann.

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Übermorgen fahre ich nach Mu Sang Sa, einem wunderbar gelegenen Zen-Kloster/ Internationales Zen Center in den Bergen, wo ich den Winter in einem intensiven Meditations-Retreat (Klausur) verbingen werde. Hier hatte ich 2008 mein erstes 90 Tage Sommer Retreat absolviert. Meine Erfahrung damit hatte ich hier in einem Interview geteilt.

Vom 15.11.2013 -15.02.2014 findet in allen Zen-Klöstern in Korea das traditionelle 90 Tage Winter Retreat statt - idealerweise eine intensive Zeit der Stille, in der sich alle Teilnehmer zusammen ausschließlich der Zen-Praxis widmen und den Klosterbereich nicht verlassen. Wecken ist 3:00 Uhr morgens und 22 Uhr geht das Licht aus. Zen-Mönche in Korea absolvieren traditionell zwei dieser 90 Tage Retreats (korean.: Kyol Che) pro Jahr, eins im Sommer und eins im Winter.

90 Tage ohne die alltäglichen soziale Kontake. Im Retreat ist die zwischen-menschliche Kommunikation auf das absolute Minimum beschränkt. Wer will schweigt komplett und kommuniziert per Sift und Zettel, wenn nötig.

Mich für bedeutet dass, es gibt keinen Computer, kein Smartphone, kein Internet, keine Musik, keine Filme, keine lustigen Abende miteinander. Es gibt kein äußerliches Entertainment - nichts, das einen davon abhalten könnte, komplett mit sich selbst allein zu sein. Oha. Dabei sind wir es doch so gewohnt der Langeweile - bewusst oder unbewusst- ständig zu entfliehen. Ein Retreat ist eine große Chance, einfach nur zu sein und wenn man sich darauf einlassen kann, dann kann man unglaublich schöne, tiefe und öffnende Erfahrungen machen. Abgeschieden von der Auswelt in der Winterzeit - innen wie außen. Das mag manchen Menschen Angst machen und das ist völlig in Ordnung. So sehr ich mich auch auf dieses Retreat freue, auf diese seltene Chance, so sehr habe ich auch Respekt davor.

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Retreat bedeutet, sich selbst, dem eigenen urmenschlichem Zweifel mit größter Achtsamkeit begegnen, sich allem zu öffnen und alles loslassen, sich mit dem ganzen Leib dieser menschlichen Geworfenheit (wie Heidegger es mal so schön nannte) hingeben und das Innereste, den Urgrund des eigenen Selbst zu erforschen.

W A S bin I C H? ... W A S ist D A S?“


Adyashanti hat in einem seiner Bücher darüber in wundervollen, klaren Worten geschrieben und vergleicht intensive entschlossene Praxis mit dem Winter und den Qualitäten, die der Winter mit sich bringt:

If you touch the sacred quality of winter inside yourself—that quality of everything returning to its most essential form—you find yourself falling off the end of the mind and into openness.

You will start to experience this by not resisting the wintertime and just going with it as it opens you. It can be tremendously revealing, tremendously liberating to just return, return, return. It takes courage to do this. You want to ask, “Who will I be? Will it be okay?” But just return to the essential. When you find the courage to allow yourself to return to the essential, you are actually returning to the very root of your own self. That’s the fullness that winter has to offer ...

People feel so vulnerable and put up defenses. But putting up defenses is like walking out into the starry night and trying to wrap a little coat around vast infinite space. The vastness just flies out through the arms and the hood. You have this silly little coat out in the vast space and protect yourself inside it and think maybe someday you will open the buttons and be spiritually liberated. Probably not. It’s more likely that someday you will stop identifying with the silly little coat. Free yourself of all limiting identities and embrace the infinite.
— (aus Adyashanti / „Emptiness Dancing“ / Kapitel 7 - Radiant Core, Seite 55-65)

Ich bin im Frühjahr zurück in Deutschland.

Doch erstmal kommt der Winter.

...

Hochzeit-Fotozeit II

Added on by Sven Mahr | Zen Coaching.

Vor ein paar Wochen habe ich die buddhistische Hochzeit von Nicole und Ronny fotografiert. Die beiden gaben sich im Oktober in Dresden in einer buddhistischen Zeremonie das Eheversprechen. Ich habe das Paar am Nachmittag durch die Dresdner Altstadt begleitet und konnte so ein paar Fotos bei natürlichen Licht einfangen - zwar ohne blauen Himmel, aber immer noch besser als künstliches Licht.

Die Zeremonie fand in einem Festsaal des Restaurant "Italienisches Dörfchen" statt. Klar, im alten historischen Festsaal mit Holzdecke und Wandmalereien war es dunkel, da musste der Blitz herhalten. Ich selber mag blitzen nicht so sehr, dennoch sind recht schöne Fotos entstanden. Einige der Fotos habe ich in s/w umgewandelt, die gefallen mir persönlich am Besten. Viel Freude beim Anschauen!

Hochzeit- Fotozeit

Added on by Sven Mahr | Zen Coaching.

Es sind schon wieder einige Wochen vergangen, dass ich auf der Hochzeit von Conny und Stefan in Jena, die offiziellen Hochzeitsfotos gemacht habe. Direkt danach war ich kurz an der Ostsee und dann gleich weiter ins Flugzeug: 2 Wochen Südkorea. Eine Woche bin ich zusammen mit meinen Zen-Lehrer und Freund Hyon Gak Sunim durch das Land gefahren und habe Zen-Tempel besucht und eine Woche hatte ich Business in Seoul… und bisher habe ich noch nicht alle Korea Fotos durch geschaut. But first things first.

Die Hochzeit war ein wunderbares, entspanntes Fest mit mehreren Etappen. Standesamt, Brunch in Jena und dann ein großes Fest auf einem traumhaften Landgasthof, wo die Gäste nach der Feier direkt in ihre Betten fallen konnten. Ich war den ganzen Tag mit meiner Kamera dabei. Es ging frühmorgens los, als die Braut von der Maskenbildnerin Billie Rüse professionell gestylt wurde. Make-up und Haare sollen am Hochzeitstag besonders gut sitzen und vor allem lange durchhalten und auch für die kleine Tochter der Braut gab's Blumen ins Haar. 

Ich fand den Tag wunderbar. Die Arbeit hat Spass gemacht und es war eine tolle Gelegenheit, alte und neue Freunde zu treffen und zu portraitieren. Natürlich ist es auch anstrengend den ganzen Tag die Kamera im Anschlag zu haben, dennoch liebe ich diese Arbeit, denn man muss einfach nicht viel denken: "Photo mind is Zen mind". Einfach sehen, einfach fotografieren. Just Do It! Klar, man muss das Licht beachten, die Kamera einstellen usw. aber das geht mehr oder weniger aus dem Bauch raus. Und es macht jede Menge Freude!  Hier nun ein paar Impressionen von der Hochzeit.  

Sei jetzt hier!

Added on by Sven Mahr | Zen Coaching.

Nur drei Worte. Mehr müsste man eigentlich nicht sagen, wenn jemand fragt: "Was soll ich tun mit meinem Leben?" - "Sei jetzt hier!". 

Wer sich darin übt, diese drei Worte in die Tat umzusetzen, und von Moment zu Moment immer wieder neu, in aller Tiefe zu realisieren... wer sich dessen immer auf's Neue achtsam bewusst wird, und sich dem Moment öffnen kann, dem ist letztlich alles gegeben und der hat nichts zu verlieren. Keine Angst, keine Sorge, keine Furcht, kann den erreichen, der „Jetzt und Hier“ ist.

Jetzt und Hier ist alles schon an seinem Platz, und es gibt nichts, was man dazu geben oder wegnehmen müsste, um es perfekt zu machen. In einem wichtigen buddhistischen Lehrtext, der Herzsutra, heißt es „... keinen Anfang, kein Ende, keinen Weg, kein Erkennen und auch kein Erreichen, weil es nichts zu erreichen gibt.“ 

"Sei jetzt hier!" lautet der Titel der deutschen Übersetzung von Ram Dass spirituellem Besteller „Be Here Now“ aus den Siebzigern. Ich habe es nie gelesen. Doch der Titel ist mir auf anderem Wege begegnet:

Es ist einige Jahre her, da saß ich zusammen mit meinen Zen-Lehrer Hyon Gak Sunim. Wir hatten uns eine Weile nicht gesehen und es gab viel zu erzählen. Irgendwann an diesem Abend holte er einen iPod hervor, um mir einen Song vorzuspielen. Dazu erzählte er mir eine Geschichte, von einem jungen Mann, der irgendwo in den USA lebte, ein einfaches Single-Leben führte und sein Geld in einer Schuhfabrik verdiente. Der Mann war nicht sehr glücklich, eher traurig, und wusste nicht, was er mit seinem Leben tun sollte. Dann eines nachts hatte dieser Mann ein Erlebnis, das sein Leben veränderte. Er brachte sich selbst Gitarre spielen bei und schrieb einen Song. Der Titel dieses Songs lautete "Be here now", der Mann heißt Ray LaMontagne und verkauft heute zahllose seiner Alben.

Sei jetzt hier - dann fügt sich alles von selbst.

 
Don’t let your mind get weary
And confused your will be still, don’t try
Don’t let your heart get heavy
Child, inside you there’s a strength that lies

Don’t let your soul get lonely
Child, it’s only time, it will go by
Don’t look for love in faces, places
It’s in you that’s where you’ll find kindness

Be here now, be here now
Be, be here now, be here now

Don’t lose your faith in me
And I will try not to lose faith in you
Don’t put your trust in walls
‘Cause walls will only crush you when they fall

Be, be here now, be here now
Be, be here now, be here now
— http://www.metrolyrics.com/be-here-now-lyrics-ray-lamontagne.html

Fotokalender für 2013 ist da!

Added on by Sven Mahr | Zen Coaching.

Da es letztes Jahr so schönes Feeback und entsprechende Nachfrage gab, gibt es auch dieses Jahr wieder einen Fotokalender mit Bildern von CAPTURE THE SILENCE.

Die ersten 10 Exemplare des diesjährigen Kalender 2013 sind letzte Woche aus dem Druck gekommen und warten auf freudige Empfänger. Bei entsprechender Nachfrage lasse ich nachdrucken. Insgesamt wird die Auflage sehr klein, mehr als 30 Stück werden nicht gedruckt. Die Kalender lasse ich in Kleinstauflage bei fotobuch.de drucken, wodurch die Produktionskosten recht hoch sind.

Dafür habe ich sehr gute Erfahrungen hinsichtlich Qualität gemacht. Dieses Jahr habe ich mich für ein glattes Papier - fomanu pure - entschieden. Die Resultate sind fantastisch...

Hier ein paar Details zum Kalender:

  • DIN A3 Querformat
  • Papierstärke 250g/m² , fomanu pure 
  • Glatte, hochgradig weiße Oberfläche für höchste Farbsättigung
  • Doppelte Spiralbindung, Metall weiß
  • 1 Titelblatt + 1 transparentes Deckblatt
  • 12 Kalenderblätter + 1 Rückkarton + 1 Indexseite
  • Kalendarium von Januar- Dezember 2013, in Deutsch 

Preis  34 €  – wer Interesse hat, schreibt mir bitte eine Email

Ich wünsche euch eine angenehme, möglichst stressfreie und schöne Vorweihnachtszeit!

Euer Sven