Foto: Mark Oertwig

Ich bin Coach, Philosoph (M.A.), Zen-Lehrer und Yogalehrer, Mitglied des BDYoga – Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e. V. Das Leben durch Meditation und Achtsamkeit zu erfahren, ist für mich essenziell.

Mit Klarheit, Tiefe und einer guten Prise Humor verbinde ich die Weisheiten des Zen-Buddhismus und des Yoga mit den Herausforderungen und Möglichkeiten unseres modernen Lebens.

Ich bin als Senior Dharma Lehrer in der Internationalen Kwan Um Zen Schule autorisiert und engagiere mich in dieser Zen-buddhistischen Linie ehrenamtlich seit 20 Jahren.

Mit Menschen zu arbeiten, die sich für Transformation, Selbsterkenntnis und inneres Wachstum interessieren und eine Bewusstseinskultur in ihren Alltag integrieren möchten, ist für mich die wichtigste Arbeit.

Meine Erfahrungen als Freelancer, Firmengründer und Coach fließen in meine Arbeit ein – ebenso wie meine Faszination für Kunst und Fotografie, die mir helfen, die Welt mit offenem Blick zu betrachten.


Ausbildung & Erfahrungen

2008 · M.A. Philosophie und Kunstgeschichte, TU Dresden

Beruflicher Werdegang

Yoga

Zen-Buddhismus


Der Weg des Zen

Wenn ich heute zurückblicke, dann sehe ich meine intensive künstlerische Schaffensphase, die mit 15 Jahren begann und mich bis fast bis zum 30. Lebensjahr beschäftigte, als mein Einstieg in die spirituelle Praxis. Beim täglichen Malen und Zeichnen konnte ich alles um mich herum vergessen, wurde Eins mit Allem, vergaß Zeit und Raum. Diese Momente empfand ich immer als zutiefst friedlich, befreiend und voller Schönheit. Wo sonst viel Denken und Gedanken waren, war beim Malen plötzlich Ruhe und Frieden im aktiven Tun.

Während meines Philosophiestudiums in Dresden bin ich Dank Prof. Dr. Dr. Irrgang mit der indischen Mythologie und den Lehren der Upanishaden in Berührung gekommen. Diese Lehren haben von Rückzug in die Natur, Meditation und Yoga als Weg zur Erkenntnis gesprochen und mich damit sofort im Herzen berührt. Ich habe angefangen Yoga zu praktizieren – erlernt aus Büchern und mithilfe meines Onkels, dem Künstler Paul Ghandi, der sich als junger Mann in der ehemaligen DDR lebend den Yoga so gut es ging, selbst aus alten Büchern erschlossen hatte. Yoga war damals noch nicht so populär, wie es heute ist.

Eines Abends öffnete ich auf einer Party ein Buch mit dem Titel “Die Lehren des Buddha”, las die “Vier Edlen Wahrheiten” und weitere Ausführungen des Buddha und war wie vom Donner gerührt: Nichts, was ich bis dahin an westlicher Philosophie gelesen hatte, konnte mit der Klarheit, Tiefe und dem Mitgefühl mithalten, dass durch die Zeilen sichtbar wurde. Auch der Buddha sprach von Meditation und Achtsamkeit als wichtigem Werkzeug zu tiefer Erkenntnis – und auch er war ein Yogi. Intuitiv war mir damals schon klar, dass Buddha mit seiner Lehre, noch einen Schritt weiter ging als die Yogis, die die Upanishaden verfasst hatten. Ich las dann alles, was ich über Buddhismus finden konnte und lernte so den Zen-Buddhismus kennen.

Zur gleichen Zeit traf ich im Jahr 2004 auf einen Kommilitonen, der schon Zen praktizierte, an langen intensiven Zen-Meditationsklausuren teilnahm und Kontakt zu Zen-Lehrern hatte. Er ermutige mich, das Lesen der Zen-Bücher sein zu lassen und mich stattdessen tiefer der Meditationspraxis zu widmen. Das tat ich dann und setzte mich immer öfter in der Ruhe des Waldes oder in die Mitte meines Zimmers in der trubeligen, lauten Dresdner Neustadt zur Meditation nieder. Ich nahm eine aufrechte und stabile Meditationshaltung ein, achtete auf meinen Atem und fragte: Was bin ich?

Indienreise - Himalaya

Kurz darauf ging ich zusammen mit einem Dresdner Freund, dem Fotografen David Pinzer, auf eine 2-monatige Abenteuerreise in den nordindischen Himalaya. Zu Fuß, mit Lobsang, einem Einheimischen, und seinen drei Pferden, die unseren Proviant, Zelte und Ausrüstung trugen, durchquerten wir die Region Ladakh/Zanskar in einem 3-wöchigen Fußmarsch von Darcha nach Lamayuru (üblicherweise wird von Lamajuru nach Darcha gegangen). Dabei bewegten wir uns im Durchschnitt auf 3500m Höhe und überquerten zu Fuß viele hohe Gebirgspässe von bis zu 5062m Höhe. Auf dem Weg besuchten wir zahlreiche abgelegene Tibetisch-Buddhistische Klöster u.a. Tikse, Phukthal, Karsha, Lingsched, Alchi. Nach der 3-wöchigen Wanderungen blieben wir noch zwei Wochen in Leh und haben von dort Ausflüge ins Nubra Valley und zum See Tso Moriri (4522m) unternommen.

Auf dieser Reise bin ich das erste Mal bewusst mit buddhistischen Mönchen, Nonnen und Laien-Buddhisten in Berührung gekommen. Es fühlte sich bekannt und vertraut an und ich meditierte fast täglich auf dieser Reise. Die Erinnerungen an diese stillen Stunden inmitten dieser gewaltigen Berge, dieser Weite und die tiefe Stille am See Tso Moriri wirken in mir bis heute nach.

 

Zen-Zentrum Dresden

Impressionen vom Leben im Zen Zentrum Dresden

Bald nach meiner Rückkehr traf ich den Kommilitonen wieder, der gerade dabei war, eine Zen Gruppe in Dresden zu gründen. Ich war sofort dabei und bin dann im Sommer 2005 in meine erste 14-tägige Zen-Klausur in ein Zen-Zentrum (Wu Bong Sa) nach Polen gefahren. Zusammen mit den Freunden der Dresdner Zen Gruppe haben wir dann im Jahr 2006 das Zen Zentrum Dresden gegründet– ein modernes Zen-Buddhistisches Zentrum in der Tradition der Kwan Um Zen Schule, eine von dem Koreanischen Zen Meister Seung Sahn Sunim gegründete Linie, die aus dem Koreanischen Seon (Zen) Buddhismus hervorgegangen ist.

Das Zusammenleben in dieser „spirituellen Wohngemeinschaft“ ist geprägt von gemeinsamer täglicher Meditation und ehrenamtlicher Tätigkeit, um Interessenten zu helfen, Zen in einem modernen urbanen Alltagskontext zu erlernen und praktizieren zu können – mehr dazu erzählt dieses Interview mit der Sächsischen Zeitung.